Das Staatstheater Meiningen zählt zu den traditionsreichsten Häusern Europas. Das vormalige „Meininger Hoftheater des Herzogtums Sachsen-Meiningen“ ist die Wiege des modernen Regietheaters. Ende des 19. Jahrhunderts hat es Europas tiefgreifendste Theaterreform begründet und mit seinen zahlreichen Gastspielen in ganz Europa bekannt gemacht, sogar Hollywood maßgeblich inspiriert. Diese Tradition ließ das Staatstheater Meiningen zu einer der europaweit bedeutendsten Bühnen mit glanzvoller Kulisse erstrahlen und sichert Meiningen bis heute eine Sonderstellung im Theaterwesen zu.
Die Abfahrt ist am Sonntag, den 22.11.2026, um 08.00 Uhr ab Bamberg, Parkplatz Fuchs-Arena in der Pödeldorfer Straße, um 08.35 Uhr in Bad Staffelstein an der Kreuzigungsgruppe in der Bamberger Straße, um 08.45 Uhr ab Lichtenfels, Bahnhofsvorplatz und um 09.15 Uhr ab Coburg am ZOB beim Bahnhof.
Gegen 10.15 Uhr werden wir Meiningen erreichen. Hier erwartet uns um 10.30 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung „Georg II. von Sachsen-Meiningen: Ein fürstlicher Gestalter“ im Schloss Elisabethenburg.
Anlässlich seines 200. Geburtstages widmen die Meininger Museen dem Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826 – 1914) eine große Sonderausstellung. Die Ausstellung vereint zentrale Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und historische Dokumente, die das Leben und Wirken Georgs II. sowie die Entwicklung des Meininger Hoftheaters anschaulich machen. Neben Schlüsselwerken von Künstlern wie Samuel Diez, Carl Hummel und Franz von Lenbach zeigt sie ausgewählt Porträts und Inszenierungen, die den „Theaterherzog“ als Künstlerfürsten und Theaterreformer greifbar werden lassen. Ergänzt durch originale Kostüme und persönliche Objekte eröffnet die Präsentation einen kompakten, zugleich facettenreichen Blick auf Georgs II. kulturelles Vermächtnis.
Die groß angelegte Sonderausstellung besteht aus drei Teilen. Der erste Teil zeichnet das immerhin 88 Jahre währende Leben Georgs II. nach, gegliedert durch Herkunft und Ausbildung sowie durch seine drei Ehen. Der zweite Teil fragt nach den Voraussetzungen, die den Meininger Herzog zum außergewöhnlichen Theatermacher werden ließen. Der dritte Teil verbindet diese Themen: Mit Bildern des Herzogs bildet er das Scharnier auch zu den historischen Salons und dem Marmorsaal in Schloss Elisabethenburg.
Nach der Führung steht Ihnen die Mittagspause in Meiningen zu Ihrer freien Verfügung.
Um 14.30 Uhr erfolgt im Meininger Theater eine Einführung in die Oper. Um 15.00 Uhr beginnt die Aufführung der Oper „Flavio, Re de‘ Longobardi“. Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel, Libretto von Nicola Francesco Haym. In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Georg Friedrich Händels „Flavio, Re de‘ Longobardi“ (1723) zählt zu den unbekannten Frühwerken seiner Londoner Zeit. Händel spielt hier virtuos mit höfischen Konventionen und verbindet politische Intrigen, komische Momente und intime Gefühlsdramen zu einem überraschend leichten, fast ironischen Tonfall. Im Zentrum steht der impulsive Langobardenkönig Flavio, der sich von Machtspielen und Liebesverwicklungen treiben lässt, während rivalisierende Väter und Liebende zwischen Pflicht und Leidenschaft zerrieben werden. Am barocken Hof ist nichts privat: Jeder steht unter Beobachtung, das Leben des Königs ist öffentliche Bühne.
In Max Emanuel Cencics sinnlicher und humorvoller Inszenierung wird dieser Hof zur Manege, in der jeder gegen jeden antritt. Menschliche Schwächen werden demonstrativ zur Schau gestellt – „Exhibitionismus menschlicher Schwäche wird zum Theater selbst“, so der Regisseur. Musikalisch besticht „Flavio“ durch die Balance aus expressiven Arien und pointierten Rezitativen. Trotz tragischer Momente vermeidet Händel pathetische Schwere und entfaltet eine elegante Mischung aus Drama und subtiler Satire. So erweist sich die Oper als eines von Händels originellsten Bühnenwerken – voller psychologischer Feinzeichnung und musikalischem Witz.
Nach der Veranstaltung Rückfahrt nach Coburg, Lichtenfels, Bad Staffelstein und Bamberg.